Willkommen auf der Website der TROMPETER der Musikschule Krieglach / Stmk.
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Um ein Blasinstrument zu spielen, benötigen wir zunächst – ganz
einfach – Luft. Luft strömt in Form unserer Ausatemluft in das Instrument.
Damit ein runder und voll klingender Ton produziert wird, muss der Luftstrom
kontrolliert werden: Die Luftmenge, die ins Instrument geblasen wird, sollte von
Anfang bis Ende dieselbe bleiben. So halten wir den Ton gleich laut und
(besonders wichtig) auf einer gleichen Tonhöhe.
Wollen wir den Ton lauter werden lassen, müssen wir die Luftmenge erhöhen,
also mehr Luft ins Instrument blasen. Umgekehrt muss die Luftmenge verringert
werden, je leiser wir spielen möchten.
Voraussetzung für einen geraden, untadeligen Ton ist der
kontrollierte Luftstrom.
Wie kontrolliere ich meine Luft?
Richtiges Atmen kann man nicht lernen – der Körper tut es von ganz
allein. Die ersten Probleme mit dem Einatmen entstehen erst, wenn man bewusst
atmet, wenn man also darauf bedacht ist, richtig und viel Luft einzuatmen.
Übung: Lege eine Hand auf Deinen Bauch und atme ruhig und langsam durch
die Nase. Wenn Du spürst, wie die Bauchdecke sich hebt (beim Einatmen) und
senkt (beim Ausatmen), atmest Du richtig. Begehe nicht den Fehler, beim Einatmen
die Schultern zu heben und den Bauch einzuziehen – so atmet man nicht natürlich.
Probiere dieselbe Übung nun mit Ein- und Ausatmen durch den Mund.
Die Bauchdecke hebt sich dadurch, dass sich das Zwerchfell ausdehnt. Das
Zwerchfell ist eine kuppelförmige, muskulöse Scheidewand. Es trennt Brust- und
Bauchhöhle voneinander. Beim Einatmen „vergrößert" das Zwerchfell die
Brusthöhle durch seine Abflachung, denn: Eine Kuppel, die nach unten gedrückt
wird, dehnt sich zu den Seiten aus – das kann man sogar ein wenig an der
Taille spüren.
Übung: Lege wieder eine Hand flach auf den Bauch, und atme langsam ein.
Unterstütze das Zwerchfell in seiner Ausdehnung, indem Du es bewusst anspannst.
Es entsteht ein muskulöser „Ring" um Deinen Bauch. Atme die Luft in Form
eines gezielten Stroms aus, ohne die Spannung zu lösen. Nachdem Du ausgeatmet
hast, entspanne das Zwerchfell wieder.
Ist das Zwerchfell während des Ausatmens angespannt, kann die Luft in
einem kontrollierbaren Strom entweichen. Ein solche kontrollierbarer Luftstrom
sollte auch kontrolliert werden!
Atme nicht alles auf einmal aus, sondern versuche, den Luftstrom lange
und gleichmäßig anhalten zu lassen. Auf dem „Ton" muss stets Spannung
liegen.
Die Spannung des Zwerchfells nennt man auch Stütze. Tatsächlich
scheint es, als sei der Ton durch das abgeflachte Zwerchfell gestützt – er
wird klarer und gerader. Zudem fällt es leichter, höhere Töne zu treffen und
zu spielen.
Sehen wir uns erst
einmal die Einatmung genauer an:
Die Lunge kann sich bei der Einatmung in verschiedene Richtungen ausdehnen.
Dehnt sie sich nach vorne hin aus, drückt sie den Brustkorb ein wenig nach außen
und wir sprechen von einer Brustatmung. Dehnt sich die Lunge nach unten hin aus,
drückt sie den Bauch nach außen, weshalb wir von einer Bauchatmung sprechen.
Für das Trompetennspiel ist es wichtig, den vorhandenen Atemraum vollständig
auszunutzen, also möglichst tief einzuatmen. Leider haben die meisten Leute die
Bauchatmung komplett verlernt und atmen nur noch in den Brustkorb.
"Verlernt" ist hierbei genau der richtige Ausdruck, denn
Untersuchungen haben gezeigt, daß Neugeborene, Babys und Kleinkinder
normalerweise sehr gut atmen, aber mit zunehmendem Alter die Atemtechnik immer
schlechter wird. Dies liegt vielleicht einerseits an Eitelkeiten wie:
"Brust raus, Bauch rein", aber vielmehr wohl an der immer größer
werdenden Belastung durch Hektik und Streß, die sich immer auch auf die Atmung
auswirkt.
Diese "flache" Atmung ist ein sehr fataler Fehler, denn nach unten hin
hat die Lunge viel mehr Platz sich auszudehnen, kann also auch viel mehr Luft
aufnehmen. Sehr anschaulich ist hier das Bild von einer Birne: atmen wir
ausschließlich in den Brustkorb, haben wir nur den oberen kleinen Teil der
Birne ausgenutzt und der viel größere untere Teil der Birne liegt brach.
Die ersten beiden Atemübungen sollen Dir helfen, ein Gefühl für die
Bauchatmung zu bekommen:
Atemübung No. 1:
Lege Dich mit dem Rücken auf eine nicht zu weiche Unterlage (Teppich oder Decke
ist okay, aber nicht auf eine Matratze oder ins Bett). Versuche erst einmal für
die Dauer einiger Atemzügen ganz zu entspannen und lege Dir dann einige schwere
Bücher (oder ein anderes Gewicht) auf den Bauch. Drücke die Bücher beim
Einatmen ganz nach oben in die Luft und laß sie beim Ausatmen wieder
herunterkommen.
Atemübung No.2:
Die Füße stehen parallel zueinander, ungefähr auf Schulterbreite. Die Knie
sind ganz leicht eingeknickt, sollten also nicht durchgedrückt werden. Sportler
nennen diese Position den "leichten Seitgrätschstand". Mit dem Oberkörper
gehst Du nun ganz langsam nach unten, bis Du mit deinen Händen die Füße, bzw.
den Boden berührst - dies dürfte bei leicht eingeknickten Beinen kein Problem
sein. Achtung: Beim heruntergehen solltest Du unbedingt darauf achten, daß Du
normal weiteratmest und daß Du Arme, Schultern und den Kopf ganz entspannt und
locker nach unten hängen läßt. Am Boden angekommen atmest Du ein Weile
langsam, ruhig und tief ein und aus. Hierbei müßtest Du sehr gut spüren können,
wie sich jeder Atemzug ins Becken drückt. Bleibe solange unten, wie Du es als
angenehm empfindest und danach gehst Du langsam und genauso entspannt wieder
nach oben. Achte unbedingt darauf, daß Du auch beim Hochkommen weiterhin ruhig
und tief einatmest und daß Du Kopf, Schultern und Arme locker läßt.
Ich empfehle Dir, diese beiden Atemübungen immer wieder zu üben. Besonders die
zweite Übung könntest Du sehr gut in dein tägliches Trainingsprogramm
einbauen. In unserem folgenden Praxis-Workshop geht es dann darum, wie die Luft
mit genügender Power in die Trompete kommt. Ich empfehle Dir aber, erst dann
damit einzusteigen, wenn Du mit der Einatmung einigermaßen sicher bist.
Die für die Atmung wichtigsten
Muskeln sind das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskulatur. Das Zwerchfell
liegt unterhalb der Lunge und trennt den Brustkorb von der Bauchhöhle. Wenn wir
das Zwerchfell anspannen (dies geschieht bei der Einatmung natürlich unbewußt),
senkt es sich nach unten hin ab. Die Lunge wird dadurch nach unten hin geweitet
und füllt sich mit Luft. Die Brustatmung vollzieht sich ganz ähnlich, hier ist
es aber die Zwischenrippenmuskulatur, die den Brustkorbumfang vergrößert.
Das Zwerchfell nimmt man normalerweise nicht wahr und kann es auch nicht bewußt
steuern, aber es gibt einige Situationen, in denen es sich massiv bemerkbar
macht: beim Hecheln nach einem Dauerlauf, beim Schnuppern, beim Lachen und
leider auch beim Schluckauf (mein Tip: wenn beim Schluckauf garnichts mehr
hilft, dann versuche es doch einmal mit unserer zweiten Atemübung).
Mit dem Schnuppern beschäftigen wir uns dann auch in der nächsten Atemübung,
die dir ein sehr gutes Gefühl für das Zwerchfell gibt.
Atemübung No. 3:
Wenn Du diese Schnupperübung vor einem großen Spiegel machst, dann kannst Du
sehr gut deinen Bauch beobachten. Stelle Dich hin und atme einige Male locker
und entspannt ein und aus. Lege nun die Hände flach auf Deinen Bauch, damit Du
auch kleine Bewegungen gut sehen kannst. Nun versuche bei der Ausatmung sämtliche
Luft herauszudrücken - kein bißchen Luft darf mehr übrigbleiben. Danach
schnupperst Du die Luft ein, als würdest Du etwas Leckeres riechen. Dabei wirst
Du bemerken, wie sich Dein Bauch ruckartig nach vorne bewegt.
Mit dieser Übung kannst Du auch sehr gut beobachten, in welcher Richtung sich
dein Körper mit Luft füllt. Du hast die Übung richtig gemacht, wenn zuerst
Dein Bauch ruckartig nach vorne kommt und erst dann Dein Brustkorb. Sehr
anschaulich hierfür ist auch das Bild von dem Glas, daß sich immer von unten
nach oben mit Wasser (wegen mir auch Bier) füllt.
Ist die Bewegung ungleichmäßig (es geht also vielleicht der Bauch ein- oder
zweimal nach vorne, dann der Brustkorb und danach wieder der Bauch), dann stimmt
die Richtung noch nicht ganz. Siehst Du bei Deinem Bauch überhaupt keine
Bewegung, sondern nur beim Brustkorb, dann atmest Du wahrscheinlich
"flach", also nur nach oben. In diesem Fall empfehle ich Dir, dich
weiterhin sehr genau mit den ersten beiden Atemübungen zu beschäftigen.
Kommen wir nun zur Ausatmung:
Wie ich schon erwähnt habe, ist für die Einatmung die Zwerchfell- und die
Zwischenrippenmuskulatur verantwortlich. Entspannen wir nach dem Einatmen diese
Muskeln (das geschieht natürlich normalerweise unbewußt), dann strömt die
eingeatmete Luft von allein wieder aus. Für das Saxophonspiel reicht dies aber
nicht aus, denn wir brauchen einen sehr viel stärkeren Druck, damit ein
ordentlicher Ton entsteht. Hier kommt nun die Bauch- und Flankenmuskulatur mit
ins Spiel. Diese Muskeln benötigen wir zum Beispiel automatisch dann, wenn wir
die Luft anhalten wollen. Beim Trompetenspiel helfen sie uns, die Luft mit der nötigen
Power in die Trompete zu bringen. Man spricht hier von der "Stütze",
weil wir den Ton regelrecht "abstützen", damit er nicht in sich
zusammenfällt.
Es gibt hier einige sehr anschauliche Bilder, die Dir die Ausatemtechnik
verdeutlichen können:
Bild 1:
Stelle Dir vor, Du befindest Dich im Schwimmbad und willst solange wie möglich
untertauchen. Zuerst wirst Du ganz tief einatmen (volle Atmung - sowohl in den
Bauch, als auch in den Brustkorb). Unter Wasser wirst Du die Luft anhalten,
indem Du die Bauch- und Flankenmuskulatur anspannst, damit sie nicht einfach so
ausströmen kann. Übe dies einige Male "trocken": Du atmest tief ein
und hältst dann die Luft eine Weile an.
Bild 2:
Wieder im Schwimmbad. Du willst aber nun nicht tauchen, sondern Dein
mitgebrachtes kleines Segelschiff schwimmen lassen (okay, ich weiß, das würdest
Du nie machen - das ist Kinderkram, aber wir sind hier schließlich bei den Atemübungen).
Du atmest also wieder ganz tief ein und bläst dann mit einem dicken Strahl und
mit möglichst starkem Druck gegen das Segel. Hierbei setzt Du wieder
automatisch die Bauch- und Flankenmuskulatur ein. Das gleiche geschieht natürlich
auch, wenn Du die Kerzen einer Geburtstagstorte ausbläst. Dies kannst Du wieder
"trocken" üben, indem Du tief einatmest und dann feste ausbläst.
Bild 3:
Bleiben wir bei der Geburtstagstorte. Diesmal aber nur mit einer einzigen Kerze,
die sich allerdings in einem Abstand von ungefähr einem halben Meter befindet.
Auch dieses Mal wirst Du zuerst ganz tief Luft nehmen, dann aber nicht in einem
breiten Strahl die Kerze ausblasen, sondern Deine ganze Power auf einen ganz dünnen
Strahl konzentrieren. Und genau dieses Bild ist sehr gut vergleichbar mit dem
Trompetenspiel. Auch hier spielst Du mit einem ganz gezielten Luftstrom, der die
nötige Power hat, um die Töne abzustützen. Dies kannst Du wieder
"trocken" üben: strecke den rechten Arm nach vorne, schließe die
Hand zu einer Faust, nur der Daumen steht nach oben hin ab (als wolltest Du
zeigen: "alles okay, Mann"). Der Daumen ist nun die imaginäre Kerze,
die Du ausblasen willst.
Viel
Erfolg wünscht Euch
Ludwig
Mann Andreas